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Schulküche
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Die Köchinnen und Köche 
Über 80 Eltern (meist Mütter aber auch Väter) sind in unserer Schulküche engagiert. Täglich werden 3 bis 6 Köche und Helfer in der Küche aktiv. Je nach Möglichkeit kommt so jede Köchin ein Mal pro Monat zum Einsatz. Das Management-Team unter Leitung von Frau Krauß besteht aus etwa 6 Müttern, die sich um Planung, Einkauf, Koordination, Kasse etc. kümmern. Die Lehrerin Frau Veeser sorgt für die Kommunikation zwischen Küche und Schule und informiert z.B. die Köche bei Stundenplanänderungen. Jedes Jahr werden aus den Eltern der Klassen 5 neue Mitarbeiter/innen geworben. Viele Eltern (aber nicht alle!) verlassen die Küche nach dem Abitur der Kinder. 

Die Essenden
In der Mittagspause nach der 5. oder 6. Stunde gehen je nach Stundenplan täglich etwa 50 bis 150 Schüler/innen in unserer Schulküche zum Essen. Dazu kommen noch 10-20 Lehrer/innen, Referendare und gelegentlich Eltern oder Gäste der Schule. 

Das Essen 
Wer glaubt, dass man als Nicht-Profi für 150 Personen bestenfalls aufgewärmte Ravioli aus der Dose zustande bringen kann, der irrt sich gewaltig. Das Essen in unserer Schule ist sehr abwechslungsreich und wird von den rund 20 Kochteams in echter 'Hausfrauenart' hergestellt. Natürlich gibt es Speisen, die nicht in diesen Mengen herstellbar sind. Auch die Kosten für die Zutaten sollten im Rahmen bleiben. In unserem Online-Speiseplan können Sie sich überzeugen: Es ist für jeden etwas dabei! 
Wir bieten jeden Tag auch eine vegetarische Variante an. Abhängig von der Art des Essens gibt es eine Vorspeise (z.B. Suppe) und meist auch einen Nachtisch. Dazu werden jeden Tag 2-3 Kuchen von den Eltern gestiftet, die man anstatt (oder zusätzlich zum) Nachtisch aussuchen kann. Gegen Durst gibt's kostenlos Mineralwasser. 

Das Geld
Gutes muss nicht teuer sein. Da die Arbeitszeit der KöchInnen kostenlos ist, kann man knapp kalkulieren. Ein Mittagessen kostet für Schüler 2 EUR, ein Nachtisch oder Kuchen je 30 cent. Lehrer bezahlen etwas mehr (2,50 EUR). Von den Einnahmen werden natürlich die Kosten für die Zutaten bestritten, Überschüsse werden für spätere Erweiterungen der Austattung aufgespart. 

Die Ausstattung
Unsere Schulküche ist etwa doppelt so groß wie eine normale Haushaltsküche: Doppelspüle, Drehkipp-Pfanne, vier große Herdplatten, diverse Schränke und Schubladen, Kühl= und Tiefkühlschrank. Zusätzlich haben wir eine große Gastronomie - Geschirrspülmaschine, die etwa 200 Gedecke pro Stunde schafft. Für Nudeln oder Reis steht ein 5 kW Hockerkocher mit 35-Liter-Topf zur Verfügung. Mit dem Konvektomat, das ist eine Art großer Backofen, kann man Pizzas, Aufläufe oder Braten zubereiten, Gemüse dämpfen und vorbereitete Speisen warm halten.

Was bringt's? 
Unsere Schulküche hat nicht alleine den Zweck, den Mittagspausenhunger zu bekämpfen. Hier treffen sich zwanglos und frei vom Unterrichtsstress die Lehrer/innen, Schüler/innen und die kochenden Eltern. Hier ist + isst man zusammen und spricht auch mal über persönliche Dinge. Die kochenden Mütter und Väter bekommen einen Eindruck, wie die Schule 'in Betrieb' aussieht. Wer hier mitgemacht hat, für den ist das KCG nicht 'die Schule, in die man seine Kinder schickt', sondern man ist selbst ein Teil davon.

Der Kochtag 
Die Kochgruppen teilen mit, welche Gerichte sie gerne anbieten möchten. Im Kochplan steht dann, wer was wann kochen wird. Die frischen Zutaten (Fleisch, Gemüse, Spezialzutaten) werden vom Kochteam kurz vorher eingekauft, dauerhafte Lebensmittel (Nudeln, Reis etc.) sind langfristig von Herrn Goltz beschafft und bei der Küche gelagert.
Von etwa 9 bis 12 Uhr wird das Essen gekocht. Die Schüler/innen kommen nach der 5. oder nach der 6. Stunde, dadurch kann der vorhandene knappe Platz doppelt genutzt werden. Hektisch wird's dann ab 12.15 Uhr, wenn das Essen ausgegeben wird. Gleichzeitig muss man Essenmarken verkaufen, die zweite Gruppe vorbereiten und das Geschirr der ersten Gruppe abspülen. Um 14 Uhr, wenn die letzten verspäteten Lehrer abgefüttert sind, wird's wieder gemütlich. In aller Ruhe können die KöchInnen (falls noch was übrig ist) selbst was essen, danach die Tische abwischen, Kasse abrechnen, 200 Teller und Töpfe spülen, aufräumen, Glasscheiben putzen. Um 15 Uhr sieht's dann wieder so aus, als wäre nichts geschehen. Müll wegbringen, zuschließen und die Kasse auf's Rektorat bringen. Die Anstrengung wird durch die zufriedenen Gesichter der Schüler und Lehrer belohnt. 

Was noch?
Die Küchenfeen treffen sich einmal jährlich in der Küche um neue Mitglieder zu begrüßen und um Erfahrungen auszutauschen. Ein besonderes Ereignis ist die Aktion 'Lehrer kochen für die Küchenfeen'. Hier wird den aktiven Kochmüttern und -Vätern von der Lehrerschaft des KCG in der Schule ein selbst gekochtes, mehrgängiges und hervorragendes Dinner serviert. Die Gruppe der kochenden Mütter und Väter veranstaltet außerdem jedes Schuljahr einen gemeinsamen Ausflug.

Die Geschichte
Die Idee wurde 1992 geboren und Anfang 1993 unter Leitung von Frau Koch umgesetzt. Zuerst gab es Brötchen mit Saitenwürstchen. Das Angebot wurde von Schülern angenommen und es fanden sich auch Eltern, die bereit waren eine Schulküche zu betreiben. Nach und nach ist die Küche gewachsen und ist heute zu einem festen Bestandteil des KCG geworden, den niemand mehr missen möchte. Der Raum der Schulküche, in dem gekocht und auch gegessen wurde, war ist kleiner als ein Klassenzimmer. Wenn 50 oder mehr Schüler gleichzeitig essen wollen wird es eng. Im Jahr 2000 wurde der Küchen/Essraum durch Verschieben einer Trennwand um 30 m2 vergrößert. 
Die alte Kücheneinrichtung war bis Ende 2001 aus Holz und Pressspan und hatte sich durch die intensive Nutzung langsam aufgelöst. Mit großem Aufwand wurde Ende 2001 eine völlig neue Küche (Edelstahl) angeschafft. Die technischen Einrichtungen (Abzug, Fettabscheider, Bodenablauf, Fliesen) wurden auf den Stand der Technik gebracht. Dabei wurden aus privaten Spenden sowie aus den Rücklagen der Küche über 30000 EUR aufgewendet. Ein ebenso hoher Betrag wurde von der Stadt Stuttgart für die Installation am Gebäude bezahlt.
Ende Februar 2003 wurde das 10-jährige Bestehen der Schulküche mit einem großen lustigen Fest in der Aula gefeiert.
Mit zunehmender Auslastung der Räume und häufigem Nachmittagsunterricht (besonders für die reformierte Oberstufe) wird die Küche sicher an Bedeutung gewinnen.
Die Essenszahlen bewegen sich Anfang 2006 zwischen 70 und 160 Portionen täglich, An 65 Kochtagen wurden 5831 Essen und 2788 Nachtische verkauft (durchschnittlich 90 Essen und 43 Nachtische). (siehe Übersicht der Essenszahlen und Jahrespläne für 2005 und Jahresplan 2006)
Text und Bilder von Ulf Kumm